BARF für Katzen: eine Anleitung für Einsteiger
So gelingt dir die natürliche Fütterung Schritt für Schritt
Inhaltsverzeichnis
BARF-Einstieg bei Katzen leicht gemacht
Die Entscheidung, deine Katze auf BARF umzustellen, ist ein wunderbarer Schritt in Richtung einer artgerechteren Ernährung. Viele Halter:innen wünschen sich mehr Kontrolle über das, was im Napf ihres Lieblings landet – weniger Zusätze, weniger Füllstoffe und stattdessen frische, hochwertige Zutaten, die dem natürlichen Beuteschema der Katze entsprechen. Gleichzeitig tauchen aber oft Unsicherheiten auf: Nimmt meine Katze das neue Futter an? Wie schnell darf ich umstellen? Und wie stelle ich überhaupt ausgewogene BARF-Mahlzeiten zusammen?
So gelingt die Umstellung auf BARF
Die gute Nachricht: Mit etwas Geduld und der richtigen Vorgehensweise gelingt die Umstellung bei den meisten Katzen sehr gut – und das unabhängig davon, ob sie bisher Trocken- oder Nassfutter bekommen haben. Wichtig ist vor allem, dass du deine Katze mit viel Geduld bei der Umstellung begleitest und ihr Schritt für Schritt die Möglichkeit gibst, sich an das neue Futter zu gewöhnen.
Die Vorbereitungsphase
Bevor du mit der eigentlichen Umstellung beginnst, lohnt sich eine kurze Vorbereitungsphase. In dieser kann deine Katze bereits ganz ohne Druck erste positive Erfahrungen mit ihrem neuen Futter sammeln, um so die eigentliche Umstellung später zu erleichtern.
In dieser Phase kannst du deiner Katze bereits erste kleine Fleischstückchen, am besten vom Geflügel, zum Kennenlernen anbieten, ganz ohne Druck. Es geht dabei noch gar nicht darum, dass sie das Fleisch als Hauptmahlzeit zu sich nimmt, sondern eher darum, dass sie sich mit Geruch, Textur und Geschmack vertraut machen kann.
Achte in dieser Zeit vor allem auf drei Punkte:
Fressgewohnheiten: Frisst deine Katze ihr Futter am liebsten gewolft oder stückig und mag sie es lieber zimmerwarm oder etwas kühler?
Neugierverhalten: Schnuppert deine Katze interessiert an rohem Fleisch oder zieht sie sich davon eher zurück?
Vorlieben: Kennst du die liebsten Leckereien deiner Katze? Wenn nicht, finde sie heraus, denn dann kannst du sie später als Jackpot-Zutat bei der Umstellung nutzen.
Nach der Vorbereitungsphase kann die eigentliche Umstellung beginnen. Hierbei muss unterschieden werden, ob die Katze von a) Nassfutter zu BARF oder b) Trockenfutter zu BARF umgestellt werden soll. Je nach bisheriger Fütterung verläuft die Umstellung etwas unterschiedlich.
a) Von Nassfutter zu BARF -
So klappt die Umstellung Schritt für Schritt
Katzen, die bereits Nassfutter bekommen, haben einen großen Vorteil: sie sind an feuchte Nahrung gewöhnt, weshalb sich Textur und Mundgefühl von rohem Fleisch für sie vertraut anfühlen. Der wichtigste Umstellungsfaktor ist daher nicht die Konsistenz, sondern der neue Geruch und Geschmack. Aus diesem Grund funktioniert der Wechsel meist deutlich unkomplizierter, als bei der Umstellung von Trockenfutter auf BARF. Trotzdem solltest du am besten schrittweise vorgehen.
Phase 1: Erste Geschmacksgewöhnung
Zu Beginn geht es erst einmal nur darum, dass deine Katze rohes Fleisch als bekannte Nahrung abspeichert. Dafür mischst du am besten zunächst winzige Mengen – oft reicht bereits ein halber Teelöffel – unter das vertraute Nassfutter. Die Portion sollte anfangs so klein sein, dass deine Katze sie kaum oder gar nicht bemerkt.
Phase 2: Langsame Steigerung des Rohfleischanteils
Hat deine Katze diese Mischung problemlos akzeptiert, so kannst du den Anteil an Rohfleisch in ihren Mahlzeiten nach und nach erhöhen. Das geschieht am besten über mehrere Tage oder sogar Wochen, je nachdem, wie sensibel und wählerisch dein Stubentiger ist. Viele Katzen entwickeln in dieser Phase bereits eine Vorfreude auf ihr neues Futter, weil der natürlichere Geruch und Geschmack instinktiv als wertvoll wahrgenommen werden. Die Mahlzeit setzt sich nun zunehmend aus immer mehr frischem Fleisch zusammen, während die Futtermenge am bekannten Nassfutter immer weiter sinkt, bis die Mahlzeiten schließlich vollständig aus rohem Fleisch bestehen.
Phase 3: Übergang zur vollständigen BARF-Mahlzeit
Sobald die puren Fleischmahlzeiten mit Freude gefressen werden, kannst du mit dem nächsten Schritt – hin zu einer ausgewogenen BARF-Mahlzeit – beginnen. Dafür integrierst du nach und nach weitere essentielle Komponenten wie Innereien, Knochen(ersatz), Gemüse und Zusätze in das Futter deiner Katze. So wird aus einer einfachen Fleischmahlzeit Schritt für Schritt eine ausgewogene Vollration. Diese letzte Phase kann noch einmal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, da jede neue Komponente erneut einer Gewöhnung bedarf. Gehe hier also genauso geduldig vor, wie bei der ersten Phase, sofern deine Katze beginnt, ihre Mahlzeiten mit weniger Freude zu verspeisen.
b) Von Trockenfutter zu BARF -
Der zweistufige Weg zum Futter-Erfolg
Hat deine Katze bislang ausschließlich Trockenfutter bekommen, braucht sie in der Regel etwas mehr Zeit für die Umstellung auf BARF, da sich das neue vom alten Futter sehr deutlich unterscheidet. Deine Katze soll künftig ein Futter bekommen, das dem bisherigen weder im Geschmack, noch in Konsistenz und Geruch ähnlich ist: harte, knusprige Kroketten fühlen sich völlig anders im Mäulchen an, als frisches rohes Fleisch. Deshalb erfolgt die Umstellung am besten in drei Phasen. Die Umstellung von Trockenfutter auf BARF dauert auf diesem Weg zwar etwas länger, ist jedoch auch deutlich erfolgsversprechender, als eine abrupte Umstellung.
Phase 1: Von Trockenfutter zu eingeweichtem Futter
In dieser ersten Phase geht es ausschließlich darum, deine Katze an die neue Konsistenz des Futters und somit ein verändertes Mundgefühl zu gewöhnen. Dafür beginnst du zunächst damit, etwas Wasser über das Trockenfutter zu geben. Die Wassermenge steigerst du dann ganz langsam von Mahlzeit zu Mahlzeit, bis die Kroketten schließlich darin eingeweicht sind. So kann sich deine Katze allmählich an eine weichere, feuchte Konsistenz des Futters gewöhnen und verliert die Gewohnheit des „Knuspergefühls“, das durch das Trockenfutter bisher gegeben war.
Phase 2: Von eingeweichtem Trockenfutter zu Nassfutter
Sobald die weiche Konsistenz des eingeweichten Trockenfutters gut akzeptiert wird, erfolgt die Umstellung auf Nassfutter und somit die Gewöhnung an einen neuen Geschmack und Geruch. Dazu mischst du zunächst sehr kleine Mengen an Nassfutter unter das eingeweichte Trockenfutter. Mit der Zeit reduzierst du den Trockenfutteranteil und erhöhst den Nassfutteranteil, bis irgendwann nur noch Nassfutter im Napf ist. Erst wenn dieser Schritt sicher funktioniert und deine Katze zuverlässig das Nassfutter über mehrere Tage frisst, beginnt die Gewöhnung an rohes Fleisch.
Phase 3: Von Nassfutter zu BARF
Nun erst kann die eigentliche Umstellung auf BARF beginnen. Folge dafür den Schritten wie unter „Von Nassfutter zu BARF – so klappt die Umstellung Schritt für Schritt“ beschrieben.

Wenn es mal nicht vorwärts geht – Tempo bewusst anpassen
Es ist ganz normal, dass die Umstellung nicht immer linear verläuft. Manche Katzen machen kleine Fortschritte und fallen dann gefühlt wieder zurück in alte Gewohnheiten. Das ist kein Rückschritt, sondern ein Zeichen, dass du das Tempo etwas drosseln solltest.
Typische Signale für „bitte einen Gang zurückschalten“ sind z. B. :
die Katze schnuppert an ihrem Futter, zieht sich dann aber wieder davon zurück
sie frisst nur den alten Futteranteil und lässt die neuen Zutaten liegen
die Katze wirkt plötzlich misstrauischer als zuvor
In diesen Momenten hilft es, einen oder zwei Schritte zurück zu gehen und wieder an der Stelle anzusetzen, an der die Fütterung bereits gut funktioniert hat. Das Wichtigste während der Umstellung ist jedoch in jedem Fall: Geduld! Du führst deine Katze auf eurem gemeinsamen Weg hin zur artgerechten Rohfütterung, sie aber bestimmt das Tempo.
Bitte denke immer daran: Die Umstellung auf BARF ist kein Wettlauf, sondern ein gemeinsamer Weg. Wichtig ist nicht, wie schnell deine Katze ihr neues Futter akzeptiert, sondern, dass du ihr in Ruhe die Chance gibst, das neue Futter kennenzulernen und positiv zu verknüpfen. Egal ob der Prozess wenige Tage oder mehrere Wochen oder sogar Monate dauert: Jede kleine Annäherung ist ein Fortschritt. Mit Geduld, Verständnis und einem angepassten Tempo gelingt die Umstellung bei der großen Mehrheit aller Katzen und sie werden über kurz oder lang ihre neuen Mahlzeiten mit großer Freude annehmen.
Mit diesen Tricks erhöhst du die Akzeptanz von Rohfleisch
Katzen sind neugierig, aber gleichzeitig wahre Gewohnheitstiere. Nicht jede Samtpfote stürzt sich sofort auf rohes Fleisch, viele müssen erst lernen, es als sicher und interessant wahrzunehmen. Mit den folgenden Tipps und Tricks kannst du deine Katze spielerisch und ganz ohne Druck an Rohfleisch heranführen:
Lieblingszutaten als Geschmacksträger nutzen: Besonders mäkelige Katzen lassen sich mit bekannten Leckereien häufig gut überzeugen. Ein Klecks Joghurt oder Quark, ein Eigelb oder Käse oder auch ein Sahnehäubchen auf dem Fleisch können wahre Wunder wirken. Manchmal funktioniert es auch, das bekannte Trockenfutter klein zu mörsern und über das neue Futter zu streuen. Sobald das neue Futter als positiv und lecker verknüpft wurde, reduzierst du die Menge an dieser Jackpot-Leckerei einfach wieder, bis du sie schließlich ganz weglassen kannst.
Den Jagdinstinkt spielerisch wecken: Natürlicherweise gehört zur Futteraufnahme bei Katzen auch das vorangegangene Jagderlebnis. Diesen natürlichen Trieb kannst du dir zu Nutze machen, indem du ein kleines Stück rohes Fleisch an einer Schnur befestigst und so eine Beute daraus machst. In aller Regel kann man dadurch zumindest das Interesse der Katze wecken und nicht selten folgen dann auch erste mutige Bisse in das Fleisch.


Fleisch leicht erwärmen oder überbrühen: Rohes Fleisch entwickelt mehr Duft und Geschmack, wenn es leicht erwärmt wird. Das erhöht in aller Regel auch die Akzeptanz, weil Katzen ihr Futter stark über den Geruch beurteilen. Gleichzeitig ist erhitztes Fleisch Nassfutter in Geschmack und Konsistenz ähnlicher. Ideal ist es, das Fleisch mit einer körperwarmen Temperatur zu verfüttern – also etwa so warm, wie ein frisch erlegtes Beutetier. Direkt aus dem Kühlschrank wird Fleisch dagegen oft abgelehnt, weil die Kälte deine Katze irritiert und der Geruch weniger intensiv wahrnehmbar ist.
Die richtige Konsistenz finden: Katzen haben sehr individuelle Vorlieben, wenn es um die Textur ihres Futters geht. Manche fressen fein gewolftes Fleisch lieber, andere möchten etwas zum Kauen haben. Es lohnt sich, verschiedene Varianten auszuprobieren, bis du herausfindest, welche Fleischstruktur deine Katze am liebsten mag.
Was im Körper deiner Katze während der Umstellung passiert
Während der Ernährungsumstellung stellt sich nicht nur das Futter im Napf um, auch viele Abläufe im Körper deiner Katze verändern sich. Viele Katzen wurden über Jahre auf Futter geprägt, das stark verarbeitet und reich an Kohlenhydraten ist. Bei der Umstellung auf BARF muss der Verdauungstrakt daher erst wieder beginnen, sich auf unverarbeitete, fettreichere Nahrung einzustellen und wieder gemäß seiner Natur zu arbeiten. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Magensäure stärker wird, sich das Darmmilieu verändert und die Bauchspeicheldrüse die Enzymproduktion an die höhere Menge tierischer Proteine und Fette anpassen muss.
Diese Anpassungen sind normal und sinnvoll, sie brauchen jedoch ihre Zeit. Es kann daher während der Umstellungsphase vereinzelt zu leichtem Durchfall, weicherem Kot oder Erbrechen kommen. Das ist meist unbedenklich und verschwindet nach kurzer Zeit von selbst. Solltest du deine Katze bei diesem Umstellungsprozess jedoch ein wenig unterstützen wollen, so eignen sich probiotische Ergänzungen zur Stabilisierung der Darmflora ideal.

Kurz zusammengefasst:
die Verdauung muss (erneut) lernen, unverarbeitete tierische Proteine optimal zu verwerten
Energie wird bei BARF aus Fetten und nicht wie bei Fertigfutter aus Kohlenhydraten gewonnen
Magensäure, Darmflora, Enzymproduktion etc. müssen an die neue Nahrung angepasst werden
Verdauungsstörungen wie Durchfall und Erbrechen können kurzzeitig auftreten und sind unbedenklich
Probiotika mit Darmbakterien können bei der Umstellung unterstützend verfüttert werden
Wann du die Umstellung abbrechen oder pausieren solltest
Auch wenn BARF für die meisten Katzen langfristig sehr gut funktioniert, gibt es seltene Ausnahmen, bei denen eine Anpassung der Umstellung oder sogar ein Abbruch sinnvoll sind. Das gilt vor allem dann, wenn deine Katze über längere Zeit gar nicht frisst oder massiven Stress zeigt. Eine völlige Futterverweigerung über 24–48 Stunden ist immer ein Warnsignal – besonders bei übergewichtigen Katzen, denn hier besteht die Gefahr von Leberschäden. In diesem Fall solltest du unbedingt wieder auf ein vertrautes Futter zurückgehen, um eine Nahrungsaufnahme sicher zu stellen.
Ebenso kann es vorkommen, dass einzelne Katzen aufgrund ihrer starken Prägung auf ihr bisheriges Futter, meist ist das bei jahrelanger Fütterung von Trockenfutter der Fall, nicht vollständig auf BARF umzustellen sind. Das hat dann nichts mit Scheitern zu tun, es liegt einfach in der Natur mancher Tiere. In solchen Fällen ist ein hochwertiges Nassfutter eine gute Alternative, die ebenfalls deutlich näher an der natürlichen Ernährung liegt als Trockenfutter.
In den allermeisten Fällen aber gelingt die Umstellung – manchmal langsam, manchmal überraschend schnell. Viele Katzen, die anfangs skeptisch sind, entwickeln nach einigen Wochen regelrechte Begeisterung für ihr neues frisches Futter. Dranbleiben lohnt sich!
BARF mit Plan – ausgewogene Rezepte für Katzen erstellen
Eine ausgewogene BARF-Fütterung für Katzen zusammenzustellen ist zugegebener Maßen nicht immer ganz einfach. Es sollten einige wichtige Faktoren beachtet werden, damit deine Katze aus ihren Rohfleischmahlzeiten alle notwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis zu sich nehmen kann. Gleichzeitig haben wir gelernt, dass Katzen oft sehr wählerisch sind und daher unter Umständen nicht alle wichtigen Bestandteile, die wir für eine bedarfsdeckende Fütterung brauchen, auf Anhieb fressen. Es ist daher dringend notwendig, jede Katze als Individuum zu betrachten und individuell auf sie angepasste BARF-Rezepte zu erstellen.
Im Folgenden möchten wir dir grob erläutern, wie man BARF-Rezepte für gesunde, ausgewachsene und normal aktive Katzen zusammenstellen kann. Für Katzen im Wachstum oder in speziellen Lebenslagen (z. B. bei Krankheiten, Trächtigkeit etc.) kann die Erstellung von BARF-Rezepten aufwendiger sein. Vor allem hier, aber auch generell sollte bei Unsicherheiten immer die Hilfe von Ernährungsexpert:innen in Anspruch genommen werden.
Schritt für Schritt zum individuellen BARF-Rezept für deine Katze
1) BARF-Futtermenge für Katzen berechnen
Im ersten Schritt solltest du die passende Gesamtfuttermenge für deine Katze und somit auch ihren Nährstoffbedarf ermitteln. Hierbei kann man sich an folgender Faustregel orientieren: Eine Katze benötigt 25 – 30 g Fleisch pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Supplemente und Gemüse kommen noch obendrauf.
Kitten oder sehr aktive Katzen benötigen oft mehr, während ältere oder übergewichtige Tiere etwas weniger brauchen. In jedem Fall sollte man seine Katze, vor allem nach der Umstellung auf BARF, immer genau beobachten und die Futtermenge anpassen, falls sie ungewollt zu- oder abnimmt.
Die Gesamtfuttermenge sollte auf mehrere Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden. In der Regel empfehlen sich bei ausgewachsenen Katzen zwei bis vier Portionen täglich.
2) Futtermenge auf einzelne Komponenten aufteilen
Hast du die Gesamtfuttermenge ermittelt, geht es im nächsten Schritt an die Aufteilung auf die einzelnen Bestandteile. Hierbei orientiert man sich an der Zusammensetzung eines natürlichen Beutetieres, im Fall der Katze also am besten an einer Maus. Folglich sollten die Rationen zu 95 % aus tierischen Bestandteilen bestehen, die zu 5 % mit Ballaststoffen ergänzt werden. Die genaue Zusammenstellung der BARF-Rationen variiert von Katze zu Katze und von Rezept zu Rezept unter Umständen recht stark. Die folgende Aufteilung ist daher wirklich nur als grobe Orientierung anzusehen.
Der tierische Anteil einer Katzen-BARF-Mahlzeit sollte zum größten Teil aus Muskelfleisch mit einem guten Fettgehalt von 10 – 15 % der Gesamtration bestehen. Außerdem sind Innereien wie Leber, Niere und Milz aber auch Geflügelmägen und taurinhaltiges Herz wichtige Bestandteile. Sollte deine Katze (gewolfte) Knochen akzeptieren, so gehören auch diese zu ca. 10 % in den Napf. Alternativ können Supplemente wie Knochenmehl, Eierschalenpulver oder Dicalciumphosphat verwendet werden, um Calcium und Phosphor im richtigen Verhältnis und der richtigen Menge zu liefern. Auf diese fleischigen Bestandteile kommt schließlich zu 5 % rohes Gemüse dazu, welches als wichtiger Ballaststoff fungiert. Besonders gut eignen sich dafür Karotten und Kürbis.
3) BARF-Zusätze gezielt auswählen
Bei der Zubereitung von BARF-Mahlzeiten für Katzen ist es notwendig, all die Nährstoffe, die die Katze aus ihrer Fleischmahlzeit nicht oder nicht ausreichend aufnehmen kann, in Form von natürlichen oder synthetischen Zusätzen zu ergänzen. Zu den essentiellen Nährstoffen, die in aller Regel ergänzt werden müssen, zählen Taurin, Calcium, Eisen, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin D, Vitamin E, Jod und Natrium. Dementsprechend zählen Zusätze wie Blut, Lebertran, Seealgenmehl, Salz und Taurinpulver zu den essentiellen Ergänzungen.
Mehr Informationen zu essentiellen Supplementen für Katzen
Mini-Exkurs: Warum ist eine ausgewogene Zusammenstellung bei BARF-Mahlzeiten so wichtig?
Die ausgewogene Zusammensetzung von BARF-Mahlzeiten ist entscheidend, um sowohl Mangelerscheinungen als auch Überversorgungen zu verhindern. Katzen benötigen – ähnlich wie wir Menschen – eine Vielzahl an Nährstoffen in einem bestimmten Verhältnis, damit alle Körperfunktionen optimal ablaufen können. Eine einseitige Fütterung, beispielsweise ausschließlich mit Muskelfleisch, kann langfristig zu Defiziten an wichtigen Vitaminen und Spurenelementen führen und dadurch gesundheitliche Probleme verursachen.
4) Ausgewogene BARF-Mahlzeiten zubereiten
Kommen wir nun nach all der Theorie zu ein wenig Praxis bzw. der genauen Anleitung, wie du nach Rezept ausgewogene BARF-Mahlzeiten für deine Katze herstellen kannst:
1. Alle Zutaten & Utensilien vorbereiten: Im ersten Schritt solltest du die benötigte Menge an allen Komponenten zusammentragen. In der Regel bekommst du alle benötigten Zutaten im BARF-Shop oder Supermarkt. Tiefgefrorenes Fleisch lässt du am besten vorher an- bzw. auftauen, so lässt es sich besser verarbeiten und portionieren. Stelle dir alle Komponenten und das notwendige Zubehör griffbereit.
2. Eine Supplementmischung herstellen: Beginne nun zuerst mit der Zubereitung einer Supplementmischung in einer separaten Rührschüssel. Solltest du Blutmehl verwenden, so rührst du dieses am besten als erstes mit ausreichend Wasser an (ca. 3 Teile Wasser auf 1 Teil Blutpulver). Danach gibst du alle pulverigen Zusätze wie z. B. Seealgenmehl, Bierhefe, Knochenmehl etc. zu dem Blut dazu und rührst kräftig weiter um. Sofern du Supplemente in Tablettenform hast, werden diese gemörsert und anschließend ebenfalls untergemischt. Die fertige Supplementmischung kann erst einmal zur Seite gestellt werden. Öle und ölige Supplemente kommen nicht in die Mischung, diese gibst du am Ende am besten direkt über das Fleisch.
3. Tierische Komponenten auf die gewünschte Größe bringen: Innereien, Fett und Knochen sollten vor allem zu Beginn der BARF-Fütterung sehr fein gewolft werden, um die Akzeptanz zu erhöhen. Unter Umständen kann dies auch dauerhaft notwendig sein, wenn deine Katze diese Komponenten nicht anders akzeptiert. Entweder kaufst du Innereien, Fett und Knochen in stückiger Form und drehst sie aufgetaut durch die 3 mm Lochscheibe deines Fleischwolfes oder du greifst auf bereits gewolfte Varianten aus dem BARF-Shop zurück. Das Muskelfleisch, welches einen Großteil der Mahlzeiten ausmacht, kann hingegen bei vielen Katzen stückiger belassen werden. Hier kannst du die 8 oder 13 mm Scheibe des Fleischwolfes verwenden oder Fleisch in Stücken einkaufen. Sammle alle tierischen Komponenten in einem großen Mischgefäß für die weitere Futterzubereitung.
4. Gemüse fein reiben oder grob pürieren: Gemüse wie Karotten, Kürbis und Co. dienen der Katze als Ballaststofflieferant. Es ist daher nicht nötig bzw. auch nicht sinnvoll, dieses zu pürieren oder zu garen. Vielmehr kannst du es am einfachsten in Stücke schneiden und anschließend im Mixer grob zerkleinern oder alternativ fein reiben. Bei gesunden, nicht allzu mäkeligen Katzen, ist das vollkommen ausreichend. Gib das Gemüse anschließend zu der Fleischmischung dazu.
5. Komponenten zusammenmischen: Nachdem du alle tierischen Bestandteile und das Gemüse in den großen Mischbehälter gegeben hast, kannst du im nächsten Schritt deine zuvor hergestellte Supplementmischung und die gewünschten Öle hinzugeben. Anschließend rührst du, am besten mit den Händen, einmal alles gründlich durch.
6. Portionen abfüllen: Im letzten Schritt portionierst du das vorbereitete Futter in geeignete Behältnisse, zum Beispiel in Tagesportionen. Dafür eignen sich Gefrierdosen, Feinkostschälchen oder Gefriertüten besonders gut. Am einfachsten klappt das Abfüllen mit einem Löffel oder einer kleinen Kelle, je nach Konsistenz geht es auch problemlos mit der Hand. Um die Portionen exakt abzumessen, stellst du den Behälter am besten auf eine Küchenwaage, tarierst sie aus und füllst anschließend die benötigte Menge hinein. Sobald alles verschlossen ist, wandern die Portionen in den Tiefkühler – und schon hast du bequem die BARF-Mahlzeiten für deine Katze auf Vorrat vorbereitet und musst sie nur noch täglich frisch wieder auftauen und verfüttern.
5) BARF-Mahlzeiten richtig servieren
Da Katzen – anders als Hunde – keine Aasfresser sind, bevorzugen sie ihre Nahrung immer frisch. Am besten taust du die Portion daher tagesaktuell im Kühlschrank auf. Reste vom Vortag werden meist konsequent verweigert und können ohne schlechtes Gewissen entsorgt werden, denn Katzen akzeptieren alt wirkendes Fleisch in aller Regel nicht. Wichtig ist außerdem, dass die Mahlzeiten nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern zimmerwarm serviert werden. Bei Bedarf kannst du einen Spritzer warmes Wasser (maximal 50 °C) dazugeben, um es leicht zu erwärmen. Bei sensiblen oder noch skeptischen Katzen kann es hilfreich sein, das Futter anfangs mit einem vertrauten Geruch bzw. Geschmack zu versehen. Hierfür eignet sich ein wenig des bisherigen Futters oder ein Klecks Joghurt, Quark oder Eigelb. Sobald die Akzeptanz zuverlässiger ist, können diese Toppings ausgeschlichen werden.
Welche Utensilien brauche ich zum Barfen meiner Katze?
Viele Katzenhalter:innen sind zunächst verunsichert, weil sie glauben, die Herstellung von BARF-Mahlzeiten sei mit einem riesigen Aufwand verbunden und erfordere die Anschaffung vieler Hilfsmittel. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Mit wenigen, gut ausgewählten Utensilien lässt sich die Zubereitung deutlich vereinfachen und vieles davon befindet sich oft schon im Haushalt.

Zur Basisausstattung für die Zubereitung der BARF-Mahlzeiten gehören:
scharfe Messer & Schneidebretter – idealerweise verwendest du diese ausschließlich für rohes Fleisch
Schüsseln in verschiedenen Größen – zum Mischen, Portionieren und Zwischenlagern der einzelnen Zutaten
Feinwaage und Küchenwaage – wichtig für die genaue Dosierung von Supplementen sowie fertigen Mahlzeiten
Gefrierbehälter oder -tüten – für portionsweises Einfrieren

Pürierstab, Mixer oder Reibe – ein Pürierstab oder Mixer ist ideal, wenn deine Katze eine sehr feine Konsistenz beim Gemüse bevorzugt, mag sie es etwas stückiger, kannst du das Gemüse einfach mit einer Reibe grob zerkleinern
Mörser – zum Zermahlen von Eierschalen oder Supplementen in Tablettenform
Einmalhandschuhe – für den hygienischen Umgang mit rohem Fleisch

Ein Fleischwolf gehört nicht zur Pflichtausstattung, kann aber vor allem dann hilfreich sein, wenn
du größere Mengen auf Vorrat zubereiten möchtest
deine Katze eine sehr feine Konsistenz ihres Futters bevorzugt
du regelmäßig Fleisch in Stücken kaufst, das zerkleinert werden soll
Gerade zu Beginn arbeiten viele BARF-Einsteiger einfach mit Messer und Schneidebrett oder greifen auf bereits gewolftes Fleisch zurück. Das ist völlig ausreichend und für kleinere Mengen oft auch am praktischsten. Ein elektrischer Fleischwolf wird erst dann interessant, wenn du regelmäßig größere Portionen vorbereitest oder das Fleisch gerne selbst zerkleinerst und dafür weniger Zeit und Kraft aufwenden möchtest. Wenn du kleine Mengen zubereitest oder bereits fertig gewolftes Fleisch verwendest, kannst du hingegen problemlos dauerhaft auf einen Fleischwolf verzichten.
Hygiene – ein wichtiger Punkt beim Barfen
Wenn du mit rohen tierischen Produkten hantierst, spielt Hygiene eine zentrale Rolle. Du solltest immer darauf achten, dass die Verarbeitung so sauber wie möglich erfolgt. Katzen sind von Natur aus sehr widerstandsfähig gegenüber Keimen wie Salmonellen, Menschen jedoch nicht. Darum gilt: Oberflächen nach der Zubereitung heiß reinigen, Arbeitsmaterial gründlich spülen oder in den Geschirrspüler geben und rohe Zutaten immer im Kühlschrank auftauen lassen, ohne Kontakt zu anderen Lebensmitteln.
Wer mag, nutzt für die Zubereitung der BARF-Mahlzeiten ein separates Schneidebrett und eigene Messer und Schüsseln – das ist zwar nicht zwingend notwendig, ermöglicht aber eine klare Trennung von Utensilien für Katzenfutter und deine eigene Essenszubereitung. So kann es auch nicht zu ungewollten Verwechslungen kommen.
Fazit: 6 Tipps für einen gelungenen BARF-Einstieg
Tipp 1: Futterumstellung Schritt für Schritt und mit viel Geduld vornehmen.
Tipp 2: Anzahl und Größe der BARF-Mahlzeiten immer individuell an deine Katze und ihre Vorlieben anpassen.
Tipp 3: Orientiere dich bei der prozentualen Zusammenstellung der BARF-Mahlzeiten an natürlichen Beutetieren wie Mäusen und kleinen Vögeln.
Tipp 4: Füttere deine Katze am besten nach einem zuvor erstellten Rezept.
Tipp 5: Stimme die Rezepte gezielt auf die Bedürfnisse deiner Katze ab und passe sie bei Bedarf im Laufe der Zeit immer wieder daran an.
Tipp 6: Nutze Fachliteratur zur Erstellung der BARF-Rezepte oder nimm bei Unsicherheiten professionelle Hilfe von BARF-Berater:innen in Anspruch.
Für gesunde, ausgewachsene Katzen lassen sich mit etwas Knowhow und Übung bedarfsdeckende BARF-Rezepte selbst zusammenstellen. Bei der Fütterung von Kitten, Katzen mit speziellen Bedürfnissen oder Krankheiten muss die Nährstoffversorgung in der Regel angepasst und somit noch sorgfältiger geplant werden. Hier ist es oft sinnvoll, sich Unterstützung von ausgebildeten BARF-Berater:innen zu holen.
Gratis Bedarfs-Rechner & individuelle Beratung

Fett-Rechner
Zum Berechnen der nötigen Menge an Zusatzfett bei magerem Muskelfleisch mit einem Fettgehalt unter 15 %.

Seealgen-Rechner
Mit Hilfe dieses Rechners kannst du ganz einfach die ideale Menge an Seealgenmehl für deinen Hund bestimmen.

Calcium-Rechner
Alternativ zu Knochen kann auch ein Calciumpräparat gefüttert werden. Mit unserem Rechner bestimmst du die Dosierung.

Individuelle BARF-Pläne
Lass dich von uns beraten und erhalte einen individuellen BARF-Plan inkl. Rezepten für deine Katze.
Häufige Fragen rund um den BARF-Einstieg (FAQ)
Wie bereite ich BARF für Katzen richtig zu?
Alle wichtigen Informationen darüber, wie du BARF-Mahlzeiten für Katzen richtig zubereitest, findest du in dem Abschnitt "Schritt für Schritt zum individuellen BARF-Rezept für deine Katze".
Wie fängt man Katzen an zu barfen?
Tipps und Tricks zur Umstellung auf BARF und für die ersten Schritte findest du in dem Abschnitt "So gelingt die Umstellung auf BARF".
Wie gewöhnt man eine Katze an barfen?
Eine Schritt für Schritt-Anleitung, wie du deine Katze an BARF gewöhnen kannst, findest du entweder unter unter a) Von Nassfutter zu BARF oder unter b) Von Trockenfutter zu BARF.
Wie berechne ich die richtige BARF-Futtermenge für meine Katze?
Die Antwort darauf sowie weitere wertvolle Tipps zum Erstellen individueller BARF-Rezepte für deine Katze findest du hier: "Schritt für Schritt zum individuellen BARF-Rezept für deine Katze".
Wie lange dauert die Umstellung auf BARF bei Katzen?
Wie lange eine Umstellung auf BARF bei Katzen in etwa dauern kann, findest du in dem Abschnitt"Wenn es mal nicht vorwärts geht – Tempo bewusst anpassen"".
Kann jede Katze gebarft werden?
Ob jede Katze gebarft werden kann und wann du lieber davon abesehen solltest, erfährst du in dem Abschnitt "Wann du die Umstellung abbrechen oder pausieren solltest".
Ist BARF gefährlich wegen Keimen oder Parasiten?
Die Antwort darauf, ob BARF Keime enthält, die für uns Menschen gefährlich werden könnten, findest du im Absatz "Hygiene – ein wichtiger Punkt beim Barfen".
Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel bei BARF?
Die Antwort darauf, ob Zusätze beim Barfen von Katzen notwendig sind, findest du in dem Abschnitt "Schritt für Schritt zum individuellen BARF-Rezept für deine Katze".


