Rhodesian Ridgeback mit BARF-Napf

BARF für Einsteiger: Hunde richtig barfen

Schritt für Schritt zur ausgewogenen BARF-Ernährung

Der Einstieg in die BARF-Fütterung – So klappt’s!

Du möchtest deinen Hund auf BARF umstellen und ihm eine möglichst natürliche, ausgewogene Ernährung bieten? Eine tolle Entscheidung! Doch wir wissen, gerade am Anfang wirft die Rohfütterung oft viele Fragen auf: Was kommt in den Napf? Wie stelle ich einen sinnvollen Futterplan zusammen? Und worauf sollte ich unbedingt achten?

Mit etwas Hintergrundwissen und den richtigen Tipps ist der Einstieg in das Barfen aber leichter, als du jetzt vielleicht denkst. Auf dieser Seite findest du alle wichtigen Informationen, die dir die Futterumstellung erleichtern und dir mehr Sicherheit bei der Zubereitung von ausgewogenen BARF-Mahlzeiten geben.

Die Umstellung von Fertigfutter auf BARF

Die Umstellung von herkömmlichem Fertigfutter auf BARF verläuft bei den meisten Hunden unkompliziert. Dennoch lohnt es sich, diesen Prozess bewusst und strukturiert zu gestalten, damit sich der Organismus deines Hundes optimal an die neue Ernährung anpassen kann. Auf diese Weise lässt sich fast jeder Hund auf BARF umstellen. Besonders sensible Tiere profitieren von einer langsamen Umstellung.

Der Fastentag - Ein sanfter Start

Zu Beginn der Umstellung empfiehlt sich ein Fastentag - außer bei Welpen. Dieser sorgt dafür, dass sich der Verdauungstrakt deines Hundes vollständig entleeren kann und bereitet ihn ideal auf die neue Fütterungsform vor. Wasser sollte dem Hund natürlich durchgehend zur Verfügung stehen. Nach dem Fastentag beginnt die eigentliche Umstellung – und zwar am besten in mehreren gut aufeinander abgestimmten Schritten.

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Schrittweise zur Rohfütterung:
In fünf Phasen zur erfolgreichen BARF-Fütterung


Phase 1: Die Fütterung von Muskelfleisch

In den ersten ein bis zwei Tagen fütterst du am besten ausschließlich leicht verdauliches, gewolftes Muskelfleisch – und zwar von nur einer Fleischsorte. Besonders gut verträglich sind beispielsweise Rindertatar oder gewolftes Muskelfleisch vom Rind bzw. Huhn. Wichtig ist, dass du dich für eine Fleischsorte entscheidest, denn diese „Monoprotein-Phase“ hilft dem Verdauungssystem deines Hundes dabei, sich langsam umzustellen und an die neue, frische Nahrung anzupassen.

Phase 2: Weitere Fleischsorten & pflanzliche Komponenten ergänzen

Wenn dein Hund die erste Sorte Muskelfleisch gut verträgt, kannst du nach und nach ein bis zwei weitere tierische Proteinquellen wie Pute, Pferd oder Fisch einführen. Erst danach sollte das Fleisch mit leicht verdaulichem Gemüse wie z. B. Karotte oder Kürbis und etwas Obst, z. B. in Form von Apfel oder Beeren, ergänzt werden.

Wichtig: Pflanzliche Bestandteile sollten am besten gekocht bzw. gegart oder fein püriert verfüttert werden. Dadurch fungieren sie nicht nur als wichtiger Ballaststoff, sondern dein Hund kann die darin enthaltenen Nährstoffe auch aufnehmen. Alternativ zu frischem Gemüse und Obst kannst du auch fertige, tiefgefrorene Gemüse-Obst-Mischungen verwenden.

Phase 3: Pansen & Blättermagen in die Mahlzeiten integrieren

Nach etwa vier Tagen – sofern dein Hund bis dahin alles gut vertragen hat – kannst du Pansen oder Blättermagen im Futterplan ergänzen. Diese Bestandteile liefern ebenfalls wichtige Faserstoffe sowie Enzyme und fördern die Verdauung auf natürliche Weise. Die meisten Hunde lieben Pansen und Blättermagen und vertragen diese auch sehr gut.

Phase 4: Verschiedene Innereien untermischen

Im Anschluss an diesen Schritt können daher recht zeitnah die Innereien im Napf folgen. Innereien liefern beim Barfen essentielle Vitamine und Mineralstoffe, die in dieser Form und Konzentration in keiner anderen Komponente vorkommen. Du kannst entweder die benötigten Innereien – in der Regel sind das Herz, Leber, Niere, Lunge und Milz – einzeln kaufen und verfüttern oder fertige Innereien-Mischungen kaufen. Hier solltest du jedoch auf ein gutes Verhältnis der einzelnen Innereien zueinander achten.

Phase 5: Den Hund an Knochen gewöhnen

Sind die bisherigen Bestandteile gut akzeptiert und vertagen worden, kannst du deinen Hund im nächsten Schritt langsam an Knochen gewöhnen. Dafür eignen sich zu Beginn vor allem weiche, gewolfte Knochen wie Hühner- oder Entenhälse oder auch Hühner- oder Kaninchenkarkasse. Beobachte dabei stets den Kot deines Hundes: Ist er zu hart oder weißlich, reduziere die Knochenmenge vorerst und steigere sie danach ganz langsam bis auf die benötigte Menge. Manche Hunde vertragen Knochen grundsätzlich nicht gut – in solchen Fällen kannst du die benötigten Mineralstoffe durch hochwertige Supplemente wie Knochenmehl zuführen.

Ab Phase 2: Nahrungsergänzungsmittel hinzugeben

Bereits ab Phase 2 können je nach Verträglichkeit der anderen BARF-Komponenten essentielle Nahrungsergänzungsmittel wie Lachsöl und Seealgenmehl in die Mahlzeiten mit aufgenommen werden. Diese Ergänzungen sind wichtig, da die Bedarfsdeckung aller Nährstoffe rein über die Nahrungsaufnahme meist nicht vollständig gewährleistet ist. So liefert Lachsöl essentielle Omega-3-Fettsäuren und Seealgenmehl das notwendige Jod.

Solltest du keinen Fisch verfüttern, so gehört auch Dorschlebertran für die Versorgung mit Vitamin D zu den essentiellen Zusätzen.

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Langsame Futterumstellung – besonders wichtig für sensible Hunde

Die schrittweise Umstellung ist vor allem bei empfindlichen Hunden empfehlenswert. Auch wenn die Ernährung in den ersten Tagen noch nicht ausgewogen ist, kann sich der Magen-Darm-Trakt so am besten und möglichst schonend an die neue Fütterung gewöhnen. Häufig ist der Prozess nach sieben bis zehn Tagen abgeschlossen.

Gesunde Hunde, Welpen und Junghunde vertragen in der Regel auch eine schnellere Umstellung, manchmal sogar einfach von einem auf den anderen Tag. Bitte denke jedoch immer daran: Jeder Hund ist einzigartig. Manche Tiere benötigen etwas mehr Zeit, andere gewöhnen sich rasch an ihr neues Futter. Achte auf die Signale deines Hundes und gib ihm die Zeit, die er braucht. Besonders Vierbeiner, die schon lange mit industriellem Fertigfutter gefüttert wurden oder gesundheitlich angeschlagen sind, profitieren von einer langsamen, schrittweisen Umstellung.

Hinweis zur Verträglichkeit während der Umstellung

Während der Umstellung kann es vorübergehend zu Durchfall, Verstopfungen, Schleim im Kot, Erbrechen oder auch Hautirritationen und Juckreiz kommen. Diese Symptome sind meist unbedenklich und klingen in der Regel von selbst wieder ab. Sollten sie jedoch länger anhalten oder sich verschlimmern, ist es ratsam, eine tierärztliche Abklärung vorzunehmen, um andere Ursachen auszuschließen.

Besonders wichtig: Vermeide während der Umstellung die gleichzeitige Fütterung von Trocken- oder Nassfutter und BARF. Die unterschiedlichen Verdauungszeiten könnten Probleme verursachen und die Umgewöhnung unnötig erschweren und in die Länge ziehen.

Nach der Umstellung – ob sie nun schrittweise oder recht prompt war – kannst du mit der Fütterung nach einem individuellen BARF-Plan starten. Wie dieser zusammengestellt wird, erfährst du im nächsten Abschnitt.

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BARF nach Plan - einen ausgewogenen Ernährungsplan für Hunde erstellen

Ein ausgewogener BARF-Plan muss nicht kompliziert sein, er sollte aber im Vorfeld gut durchdacht werden. Wichtig ist vor allem eines: ein gesundes Maß an Abwechslung. Wie auch bei Karnivoren in freier Wildbahn sollte das BARF für deinen Hund aus verschiedenen Komponenten bestehen, damit er daraus alle essentiellen Nährstoffe zu sich nehmen kann.

Keine Angst: der Nährstoffbedarf des Hundes muss nicht täglich vollständig gedeckt werden. Das ist ein Mythos der Fertigfutterindustrie. Entscheidend ist, dass die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen über einen Zeitraum von maximal vier Wochen ausgewogen und bedarfsdeckend ist.

Trotz grundlegender Richtwerte ist jeder Hund immer als Individuum mit eigenen Bedürfnissen zu betrachten. Ein Ernährungsplan sollte daher immer individuell erstellt, regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Alles, was man für den Anfang zur Erstellung eines Futterplanes braucht, ist das aktuelle Körpergewicht des Hundes und ein Taschenrechner. Noch einfacher geht es mit einem BARF-Rechner, der dabei hilft, die passende Futtermenge und Verteilung der Komponenten zu bestimmen. Mit diesen Werten als Grundlage lässt sich recht leicht ein erster Futterplan erstellen, der nicht nur bedarfsdeckend ist, sondern auch den Vorlieben des Hundes gerecht wird und später immer wieder individuell angepasst werden kann.

Hinweis: Die Ausführungen hier beziehen sich auf die Erstellung eines Futterplanes für gesunde, ausgewachsene Hunde ohne spezielle Bedürfnisse. Bei Hunden im Wachstum oder in speziellen Lebenslagen wie Krankheiten, Trächtigkeit etc. kann die Futterplanerstellung aufwendiger sein. Hier sollte bei Unsicherheiten immer die Hilfe von Expert:innen in Anspruch genommen werden.

In vier Schritten zum ausgewogenen BARF-Futter


1) Gesamtfuttermenge bei BARF berechnen

Im ersten Schritt bestimmst du, wie viel Futter dein Hund pro Tag braucht und skalierst das bei Bedarf auf eine Woche bzw. einen Monat hoch. Die Futtermenge wird anhand des Körpergewichts berechnet.

Als Faustregel gilt: Ein erwachsener, normal aktiver Hund erhält täglich etwa 2-3 % seines Körpergewichts als Futter. Welpen, sehr aktive oder untergewichtige Hunde benötigen oft mehr, während ältere oder übergewichtige Hunde etwas weniger brauchen.

Die Gesamtfuttermenge sollte auf mehrere Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden. In der Regel empfehlen sich bei ausgewachsenen Hunden zwei Portionen täglich.

Weitere Informationen zur Fütterungsempfehlung

2) Futtermenge auf tierische & pflanzliche Komponenten aufteilen

Hast du die Gesamtfuttermenge ermittelt, geht es im nächsten Schritt an die Aufteilung auf die einzelnen Bestandteile. Bei der Zusammenstellung von BARF-Mahlzeiten orientiert man sich an natürlichen Beutetieren von Karnivoren. Daran angelehnt sollten die Rationen zu 80 % aus tierischen und 20 % aus pflanzlichen Komponenten bestehen. Der pflanzliche Anteil setzt sich zu 75 % aus Gemüse und 25 % aus Obst zusammen. Der tierische Anteil wiederum besteht im Normalfall aus 50 % durchwachsenem Muskelfleisch (mit 15-20 % Fettgehalt) oder alternativ magerem Muskelfleisch und Extrafett sowie 20 % Pansen oder Blättermagen, 15 % gemischten Innereien und 15 % rohen fleischigen Knochen (RFK).

Dies sind die üblichen prozentualen Angaben, wie du sie auch in der Fachliteratur findest. Dabei werden sowohl der tierische als auch der pflanzliche Anteil jeweils als 100 % betrachtet. Die einzelnen Unterkategorien summieren sich somit innerhalb ihres Bereichs jeweils zu 100 %. Auf den ersten Blick kann das etwas verwirrend wirken, ist für die Berechnung jedoch sinnvoll und notwendig.

Tipp: Nutze den kostenlosen BARF-Rechner von eBarf
Um dir den Einstieg in das Barfen zu erleichtern, steht dir nicht nur unsere ausführliche BARF-Starthilfe, sondern auch unser kostenloser BARF-Rechner für Hunde zur Verfügung. Dieser hilft dir dabei, in Sekundenschnelle basierend auf Faktoren wie Alter, Gewicht, und Aktivitätslevel eine bedarfsgerechte Futtermenge und -aufteilung für deinen Hund zu ermitteln.

Sowohl die Fleisch- als auch die Obst- und Gemüsesorten sollten für eine ausgewogene Ernährung ein wenig variiert werden. Wir empfehlen, zwei bis drei verschiedene Fleischsorten zu füttern. Gemüse und Obst können saisonal ausgewählt werden, so entsteht automatisch ausreichend Abwechslung. Alternativ eignen sich fertige gefrorene Mischungen.

Mehr Informationen zu einzelnen BARF-Komponenten

3) BARF-Zusätze auswählen

Sobald die tierischen und pflanzlichen Bestandteile berechnet sind, ergänzt du den Plan im nächsten Schritt mit den passenden Zusätzen. Da beim Barfen in der Regel keine kompletten Beutetiere verfüttert werden, ist es notwendig, die Mahlzeiten mit bestimmten Supplementen zu ergänzen. Wertvolle Vitamine, Mineralien, Fettsäuren und Faserstoffe, die natürlicherweise z. B. in Blut, Hirn, Augen und Fell von Beutetieren enthalten sind, werden beim Barfen alternativ mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt. 

Einige Zusätze wie ein Omega-3-haltiges Öl und Seealgenmehl sind essentiell. Andere Zusätze können je nach Bedarf optional oder situativ ergänzt werden, wenn z. B. keine Knochen oder Fisch verfüttert werden (können). Achte in jedem Fall immer auf die richtige Dosierung, damit dein Hund optimal versorgt ist und keine Über- oder Unterversorgung mit einzelnen Nährstoffen entstehen kann.

Mini-Exkurs: Warum ist eine ausgewogene BARF-Ration so wichtig?
Die richtige Zusammensetzung von BARF-Mahlzeiten ist entscheidend, um Mangelerscheinungen oder Überversorgungen zu vermeiden. Hunde benötigen – wie wir Menschen auch – eine Vielzahl an Nährstoffen in einem bestimmten Verhältnis, damit alle wichtigen Funktionen im Körper richtig ablaufen können. Eine einseitige Fütterung, z. B. nur mit Muskelfleisch oder Pansen, führt langfristig zu Nährstoffdefiziten, etwa an Calcium, Vitaminen oder Spurenelementen und somit zu körperlichen Problemen.

4) BARF-Mahlzeiten zubereiten

Beim Barfen hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die Mahlzeiten deines Hundes zusammenzustellen: Entweder du fütterst nach einem Wochenplan, bei dem die einzelnen Bestandteile täglich frisch kombiniert werden, oder du bereitest ein Komplettfutter für mehrere Tage oder Wochen zu.

Weitere Informationen dazu findest du in den beiden folgenden Abschnitten 4a) BARF nach Wochenplan und 4b) BARF-Komplettfutter herstellen.

4a) BARF nach Wochenplan

Bei dieser Variante orientiert sich die Fütterung an einem festen Plan, der vorgibt, welche Komponenten an welchem Wochentag in welcher Kombination auf dem Speiseplan stehen – zum Beispiel montags Muskelfleisch mit Gemüse, dienstags Pansen, mittwochs Muskelfleisch mit fleischigen Knochen usw. Diese Methode kommt dem natürlichen Fressverhalten von wildlebenden Karnivoren besonders nah.

Vorteile:

Flexible Anpassung bei Unverträglichkeiten oder Vorlieben

Besonders naturnah und abwechslungsreich

Einzelne Zutaten bleiben gut erkennbar

Nachteile:

Täglicher Zubereitungsaufwand

Höherer Planungs- und Organisationsbedarf

Tipps zur Aufteilung:

Zuerst festlegen, wie viele Mahlzeiten der Hund pro Tag bekommen soll

Innereien und rohe fleischige Knochen auf zwei bis drei Tage in der Woche verteilen

Muskelfleisch an fünf Tagen in der Woche füttern, 1 x pro Woche alternativ Fisch

an den verbleibenden zwei Tagen Pansen oder Blättermagen anstatt Muskelfleisch füttern

ausgewogenen Gemüse-Obst-Mix herstellen und auf Vorrat einfrieren

Zusätze müssen nicht täglich verabreicht werden, am besten sinnvoll aufteilen

Beispielhafter Wochenplan für die BARF-Fütterung

Die folgende Tabelle zeigt eine mögliche Aufteilung der einzelnen BARF-Komponenten über eine Woche. An jedem Wochentag ist jeweils markiert, welche Komponenten gefüttert werden soll. Diese Übersicht dient nur als Beispiel – selbstverständlich gibt es viele andere Varianten, wie ein Wochenplan gestaltet werden kann.

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

Sonntag

Muskelfleisch

X

X

-

X

-

X

X

Fisch

-

-

-

-

X

-

-

Fett

X

X

-

X

-

-

X

Pansen / Blättermagen

-

-

X

-

X

-

-

Innereien

X

-

X

-

X

-

-

Rohe fleischige Knochen

-

X

-

X

-

X

-

Gemüse & Obst

X

X

X

X

X

X

X

Öl

-

-

X

-

X

-

X

Seealgenmehl

X

X

-

X

-

X

-

4b) BARF-Komplettfutter herstellen

Anstatt nach einem Wochenplan zu füttern, kann man auch eine Art Komplettfutter aus allen z. B. wöchentlich oder monatlich benötigten Komponenten herstellen. Dazu werden alle Bestandteile, die man für den gewünschten Zeitraum benötigt – also Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Obst – im richtigen Verhältnis in einem großen Behälter vermischt, in Tagesportionen in Gefrierdosen oder -tüten aufgeteilt und anschließend (wieder) eingefroren. So entsteht ein vollwertiges Komplettfutter, das nur noch täglich aufgetaut und serviert werden muss.

Auch Zusätze wie Öle oder Mineralstoffe können in die Gesamtmischung integriert und mit eingefroren werden. Lediglich Synbiotika, bestimmte Enzyme oder heilwirksame Kräuter sollten bei Bedarf frisch über das Futter gegeben werden, da sie durch das Einfrieren ihre Wirkung verlieren könnten.

Tipp: Alles, was an tierischen und pflanzlichen Komponenten bei der Herstellung eines Komplettfutters übrigbleibt, kann problemlos wieder eingefroren und für die Zubereitung des nächsten Komplettfutter genutzt werden.

Diese Methode eignet sich besonders für Haushalte mit mehreren Hunden oder für Berufstätige, die unter der Woche wenig Zeit haben. Doch auch für kleine Hunde ist diese Fütterungsform äußerst praktisch, da sie meist nur sehr geringe Mengen der einzelnen BARF-Komponenten benötigen. Da diese Komponenten jedoch in der Regel in Packungsgrößen von 500 bis 1000 Gramm verkauft werden, dauert es bei kleinen Hunden entsprechend lange, bis eine Packung vollständig aufgebraucht ist. In solchen Fällen ist die Zubereitung von Futterportionen für mehrere Tage eine besonders effiziente und alltagstaugliche Lösung.

Vorteile:

Große Zeitersparnis im Alltag

Gleichbleibende Verteilung von Nährstoffen und Komponenten

ideal für empfindliche Hunde

Einfaches Portionieren, auch Dogsitter etc.

Zusätze können bequem untergemischt werden

Nachteile:

Weniger Flexibilität bei spontanen Anpassungen

Einige Zusätze sollten separat gegeben werden

Wichtige Utensilien zum Barfen

Viele Hundehalter:innen wissen, dass industrielles Fertigfutter nicht immer die beste Wahl ist – dennoch schrecken sie vor dem Umstieg auf BARF zurück, weil sie einen hohen Aufwand befürchten. Und ja, eine BARF-Mahlzeit selbst zuzubereiten dauert länger, als einfach eine Dose Nassfutter zu öffnen oder eine Portion Trockenfutter in den Napf zu geben. Doch mit etwas Routine und der richtigen Ausstattung ist der Aufwand deutlich geringer, als viele annehmen.

Ein erster Schritt zu mehr Effizienz in der Zubereitung von BARF-Portionen ist die passende Grundausstattung. Aber keine Sorge: Du musst dafür nicht deine ganze Küche umbauen. Vieles ist bereits in einem gut ausgestatteten Haushalt vorhanden, einige Utensilien lohnen sich jedoch gezielt anzuschaffen.

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Tiefkühltruhe: Das Herzstück der Vorratshaltung

Das wohl wichtigste Gerät beim Barfen ist eine Tiefkühltruhe oder ein Tiefkühlschrank – vor allem dann, wenn man größere Mengen an Frostfutter hygienisch lagern möchte. Achte beim Kauf auf einen niedrigen Stromverbrauch, um böse Überraschungen bei der Stromrechnung zu vermeiden. Ein Fassungsvermögen von etwa 80 Litern reicht in der Regel aus und lässt im normalen Kühlschrank genug Platz für deine eigenen Vorräte.

Aber keine Sorge: Es ist nicht zwingend erforderlich, ein eigenes Tiefkühlgerät ausschließlich fürs Barfen anzuschaffen. Vor allem, wenn du nur kleinere Mengen Frostware bestellst oder lagern möchtest – etwa im Wochen- oder Zweiwochenrhythmus – reicht es oft aus, ein bis zwei Fächer in der bereits vorhandenen Kühl-Gefrierkombination freizuräumen. Das ist auch eine gute Lösung, wenn der Platz begrenzt ist oder ein zusätzliches Gefriergerät aus finanziellen Gründen nicht infrage kommt.

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Mixer oder Küchenmaschine: zum Zerkleinern von Gemüse & Obst

Eine kräftige Küchenmaschine oder ein Standmixer erleichtern die Verarbeitung von rohem Gemüse und Obst. Achte beim Kauf darauf, dass mit dem Gerät auch härtere Sorten wie Karotten oder Pastinaken problemlos zerkleinert oder püriert werden können. Falls du die Maschine auch für andere Zwecke nutzen möchtest, lohnt sich der Blick auf vielseitige Modelle mit Zusatzfunktionen. So kannst du die Maschine bei Bedarf auch für deine eigenen Koch- und Backrezepte nutzen.

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Tiefkühldosen: Ordnung im Futtervorrat

Für die Lagerung vorbereiteter Rationen sind spülmaschinengeeignete Tiefkühldosen aus Plastik oder Glas ideal. Achte bei Plastik auf Schadstofffreiheit (z. B. BPA-frei). Glasdosen sind zwar hygienischer und umweltfreundlicher, aber auch schwerer, teurer und bruchgefährdeter.

Tipp: Farbcodierte Dosen oder beschriftete Etiketten helfen, Fleischsorten oder die Portionen verschiedener Hunde übersichtlich im Tierkühler zu organisieren. Das erleichtert vor allem Mehrhundehaushalten den Alltag.

Solltest du nur wenig Tiefkühlplatz zur Verfügung haben, kannst du alternativ auch Gefrierbeutel zur Lagerung des portionierten Futters verwenden. Hier gibt es auch umweltfreundlichere Alternativen aus Silikon, die sich mehrfach verwenden und im Geschirrspüler reinigen lassen.

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Küchenwaage: Für die richtige Mengenermittlung

Eine digitale Küchenwaage ist beim Barfen unverzichtbar, um die einzelnen Zutaten exakt abzumessen. Für größere Hunde empfiehlt sich ein Modell mit einer Belastbarkeit von mindestens 1 - 2 kg.

Kleinste Mengen – etwa von Mineralstoffen, Ölen oder anderen Zusätzen – wiegst du am besten mit einer Feinwaage oder Löffelwaage ab. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du die Zusätze täglich frisch über das Futter gibst, da die verfütterten Mengen dann in aller Regel recht klein sind.

Bereitest du hingegen größere Mengen an Komplettfutter vor – zum Beispiel für eine Woche oder einen Monat – kannst du die Zusätze direkt untermischen. In diesem Fall reicht meist eine normale Küchenwaage aus, da du direkt größere Mengen an Zusätzen verarbeitest.

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Praktisches Zubehör für die Portionierung

Um Frostfutter hygienisch und komfortabel zu verarbeiten, benötigt man zudem einige kleine Helferlein:

ein Schneidebrett, am besten aus Kunststoff, damit es im Geschirrspüler gereinigt werden kann

einen Löffel oder einen Spatel

Gummihandschuhe bzw. Einmalhandschuhe

ein scharfes Messer

optional: ein kleines Hackebeil bzw. eine Axt, um größere Knochenstücke zu zerkleinern

Diese Werkzeuge solltest du idealerweise ausschließlich für die Zubereitung von BARF verwenden und anschließend immer gründlich reinigen.

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Der richtige Futternapf

Nach der Umstellung auf BARF kann es sinnvoll sein, über einen größeren Futternapf nachzudenken, denn frisches Futter ist oft voluminöser als Fertigfutter. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn du stückige Komponenten verfüttern möchtest.

Achte darauf, dass der Napf rutschfest und leicht zu reinigend ist. Im Idealfall ist er auch spülmaschinengeeignet. Natürlich sollte der Napf vom Fassungsvermögen her der Größe der Mahlzeiten angepasst sein.

Manche Hunde fressen lieber erhöht. In diesem Fall kann ein Napf mit passendem Napfständer Sinn machen. Doch Achtung bei Konstruktionen aus Holz, diese lassen sich recht schwer reinigen, wenn der Hund beim Futtern kleckert. Hier eignen sich Materialien wie Kunststoff, Metall oder Keramik besser.

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Napfunterlage für einen sauberen Futterplatz

Damit die Umgebung rund um den Napf sauber bleibt, macht außerdem die Anschaffung einer abwaschbaren Napfunterlage Sinn. So kann man die Hygiene am Futterplatz ganz einfach gewährleisten.

Hygieneregeln beim Barfen

Verwende all diese Utensilien im besten Fall ausschließlich für die Zubereitung der BARF-Mahlzeiten deines Hundes und reinige alles, was möglich ist, nach jedem Gebrauch in der Spülmaschine. Nach direktem Kontakt mit rohem Fleisch solltest du dir gründlich die Hände mit warmem Wasser und Seife waschen. Wenn du dich an diese einfachen Hygieneregeln hältst, musst du keine Angst vor Bakterien, Keimen oder Parasiten haben.

Hunde verfügen ohnehin von Natur aus über eine sehr starke Magensäure, die viele mögliche Erreger unschädlich macht. Zudem ist ihr Verdauungssystem darauf ausgelegt, rohes Fleisch effizient zu verarbeiten – die Rohfütterung ist für gesunde Hunde daher in aller Regel völlig unproblematisch.

Fazit: 8 Tipps für einen problemlosen BARF-Einstieg

Tipp 1: Futterumstellung Schritt für Schritt vornehmen.

Tipp 2: Anzahl und Größe der BARF-Mahlzeiten sind abhängig von Faktoren wie Rasse, Aktivität, Größe, Alter, Hormonstatus, Außentemperatur etc.

Tipp 3: Orientiere dich bei der prozentualen Zusammenstellung der BARF-Mahlzeiten an natürlichen Beutetieren.

Tipp 4: Es müssen nicht jeden Tag alle Komponenten in einem ausgewogenen Verhältnis verfüttert werden.

Tipp 5: Füttere deinen Hund nach einem zuvor individuell erstellten Futterplan.

Tipp 6: Nutze kostenlose BARF-Rechner und -Literatur zur Erstellung des Futterplans.

Tipp 7: Stimme den Futterplan gezielt auf die Bedürfnisse deines Hundes ab und passe diesen ggf. im Laufe der Zeit immer wieder daran an.

Tipp 8: Hol dir bei Unsicherheiten Hilfe - zertifizierte Ernährungsberater:innen helfen dir bei Fragen oder der Erstellung eines BARF-Planes gerne weiter.


Für einen gesunden, ausgewachsenen Hund kannst du also auch als BARF-Einsteiger:in mit etwas Übung ziemlich leicht einen bedarfsdeckenden Futterplan zusammenstellen. Bei der Fütterung von Welpen, tragenden Hündinnen oder kranken Hunden sollte die Nährstoffversorgung unter Umständen angepasst und somit noch sorgfältiger geplant werden. Hier kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung von BARF-Berater:innen zu holen.

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Kostenloser BARF-Rechner

Unser kostenloser BARF-Rechner hilft dir dabei, in Sekundenschnelle die passende Futtermenge und -zusammensetzung für deinen Hund zu ermitteln.

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Leitfaden zur BARF-Starthilfe

Wertvolle Tipps und Tricks für den Einstieg ins Leben als Barfer findest du übersichtlich zusammengefasst in unserer BARF-Starthilfe. Jetzt downloaden, ausdrucken und loslegen!

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Individuelle BARF-Pläne

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Zum Berechnen der nötigen Menge an Zusatzfett bei magerem Muskelfleisch mit einem Fettgehalt unter 15 %.

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Alternativ zu Knochen kann auch ein Calciumpräparat gefüttert werden. Mit unserem Rechner bestimmst du die Dosierung.

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Innereien-Rechner

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Häufige Fragen rund um den BARF-Einstieg (FAQ)

Wie bereite ich BARF für Hunde richtig zu?

Alle wichtigen Informationen darüber, wie du BARF-Mahlzeiten richtig zubereitest, findest du in dem Abschnitt "BARF nach Plan - einen ausgewogenen Ernährungsplan für Hunde erstellen".

Wie fängt man an zu barfen?

Tipps und Tricks zur Umstellung auf BARF und die ersten Schritte als Barfer findest du in dem Abschnitt "Die Umstellung von Fertigfutter auf BARF".

Wie gewöhnt man einen Hund an barfen?

Eine Schritt für Schritt-Anleitung, wie du deinen Hund an BARF gewöhnen kannst, findest du unter "Schrittweise zur Rohfütterung: In fünf Phasen zur erfolgreichen BARF-Fütterung".

Wie berechne ich die richtige BARF-Futtermenge für meinen Hund?

Die Antwort darauf sowie weitere wertvolle Tipps zum Erstellen eines Futterplanes für deinen Hund findest du hier: "In vier Schritten zum ausgewogenen BARF-Futter".

Wie lange dauert die Umstellung auf BARF?

Wie lange eine Umstellung auf BARF in etwa dauern kann, findest du in dem Abschnitt "Langsame Futterumstellung – besonders wichtig für sensible Hunde".

Kann jeder Hund gebarft werden?

Ob jeder Hund gebarft werden kann, erfährst du in dem Abschnitt "Die Umstellung von Fertigfutter auf BARF".

Ist BARF gefährlich wegen Keimen oder Parasiten?

Die Antwort darauf, ob BARF viele Bakterien, Parasiten und andere Keime enthält, findest du in dem Absatz zur Hygiene beim Barfen.

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel beim BARF?

Die Antwort darauf, ob Zusätze beim Barfen notwendig sind, findest du in dem Abschnitt "In vier Schritten zum ausgewogenen BARF-Futter".

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