Näpfe mit BARF-Zutaten

Was ist BARF für Hunde?

Alles über die Rohfütterung von Hunden im Überblick

Pudel am BARF-Napf

Woher stammt der Begriff „BARF“?

Das Akronym BARF hat verschiedene Bedeutungen. Im englischen steht es im Zusammenhang mit der artgerechten Tiernahrung für „Bones And Raw Food“ (Knochen und rohes Futter) oder „Biologically Appropriate Raw Food“ (biologisch geeignetes rohes Futter).

In Deutschland wurde der Begriff erstmals in den 1990er-Jahren durch Swanie Simon geprägt. Seither hat sich hier die Bezeichnung „Biologisch artgerechtes rohes Futter“ durchgesetzt.

Die Abkürzung BARF wurde erstmals von der Amerikanerin Debbie Tripp genutzt, um Menschen zu bezeichnen, die ihre Hunde mit rohen, frischen Zutaten ernähren. In diesem Zusammenhang bedeutete BARF „Born Again Raw Feeders“, also zu Deutsch: „Wiedergeborene Rohfütterer“.

Das Beutetierprinzip – Grundlage für das Barfen

BARF basiert auf dem sogenannten Beutetierprinzip, das eine möglichst naturnahe und artgerechte Ernährung für Hunde zum Ziel hat. Dabei wird versucht, die Zusammensetzung eines ganzen natürlichen Beutetiers durch frische, rohe Einzelkomponenten wie Muskelfleisch, Innereien  und Knochen nachzubilden. Diese Fütterungsmethode orientiert sich an der ursprünglichen Nahrungsweise der wilden Vorfahren des Hundes und verzichtet bewusst auf künstliche Zusatz-, Füll- und Konservierungsstoffe, wie sie häufig in industriellem Fertigfutter enthalten sind. BARF bietet dadurch maximale Transparenz, da alle Zutaten individuell ausgewählt und auf die speziellen Bedürfnisse des Hundes angepasst werden können. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um einen Welpen, Senior, Sporthund oder sensiblen Vierbeiner handelt. BARF stellt eine gesunde, natürliche und vor allem auch flexible Alternative zur konventionellen Fütterung mit Nass- oder Trockenfutter dar.

BARF-Napf mit einzelnen Komponenten
Wolf auf Baumstamm
Hund vor roter Wand

Ein Blick auf die Geschichte von Wolf & Hund - Darum ist BARF natürlich & artgerecht

Um zu verstehen, warum die Rohfütterung als natürlichste Form der Hundeernährung gilt, lohnt sich ein Blick auf die gemeinsame Geschichte von Hund und Wolf. Trotz jahrtausendelanger Domestizierung ähneln unsere Haushunde ihren wilden Vorfahren in vielen physiologischen Merkmalen bis heute. Sowohl Hunde als auch Wölfe sind Karnivoren – also Fleischfresser – die sich bevorzugt, aber nicht ausschließlich, von tierischer Nahrung ernähren. In freier Wildbahn verzehren Wölfe ganze Beutetiere inklusive Innereien, Knochen, Fell, Federn und Mageninhalt. Da ihre Beute meist Pflanzenfresser sind, nehmen sie auf diesem Weg auch vorverdaute pflanzliche Bestandteile auf. Ergänzend fressen Wölfe gelegentlich Gräser, Kräuter, Wurzeln, Insekten oder sogar Erde und Kot. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie zu Allesfressern zählen.

Obwohl der Hund heute kein Beutegreifer mehr ist, gleicht sein Verdauungssystem dem des Wolfes nach wie vor in wesentlichen Punkten. Wölfe decken ihren Nährstoffbedarf an Proteinen, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen durch den Verzehr ganzer Beutetiere, die logischerweise roh und unverarbeitet sind. Da es im Alltag für uns kaum möglich ist, unserem Hund ganze Beutetiere zu füttern, stellt die BARF eine sinnvolle Alternative dar. Beim Barfen ahmt man solch ein natürliches Beutetier in seiner prozentualen Zusammensetzung mit frischen, rohen Komponenten aus tierischen und pflanzlichen Quellen bestmöglich nach. Historisch und biologisch betrachtet, ist dies somit die artgerechteste und gesündeste Form der Ernährung für Hunde, da alle Komponenten in dieser Form gut verdaulich sind und die darin enthaltenen Nährstoffe bestmöglich aufgenommen und genutzt werden können.

>> Mehr zur Geschichte von Wolf & Hund <<

Zentrale Zutaten einer BARF-Mahlzeit

BARF-Mahlzeiten bestehen typischerweise zu 80 % aus tierischen und zu 20 % aus pflanzlichen Bestandteilen. Der tierische Anteil setzt sich aus durchwachsenem Muskelfleisch, Innereien und rohen, fleischigen Knochen zusammen, während der pflanzliche Anteil hauptsächlich aus püriertem Gemüse und Obst besteht. Um alle Nährstoffe abzudecken, sind bestimmte Nahrungsergänzungsmittel notwendig. Damit die Rationen ausgewogen gestaltet werden können, folgt die BARF-Ernährung grundsätzlich der oben genannten Zusammensetzung. Diese ist jedoch nur als Richtwert für einen ausgewachsenen, gesunden Hund ohne spezielle Bedürfnisse anzusehen und sollte immer auf den individuellen Bedarf des eigenen Hundes angepasst werden.

Kreisdiagramm BARF-Aufteilung

Die Bestandteile einer BARF-Mahlzeit im Überblick

Eine ausgewogene BARF-Ration setzt sich im Allgemeinen aus den folgenden tierischen und pflanzlichen Bestandteilen zusammen:

Muskelfleisch in Würfeln

Muskelfleisch

Muskelfleisch bildet die Hauptkomponente jeder BARF-Mahlzeit. Es liefert hochwertiges Eiweiß, essentielle Aminosäuren und durch das enthaltene Fett notwendige Energie. Besonders geeignet sind Rind, Geflügel,Pferd, Lamm oder Wild sowie Fisch.

Leber

Innereien

Innereien wie Leber, Niere, Milz und Herz sind wahre Nährstoffbomben und liefern viele Vitamine (z. B. A, D und B-Vitamine) und Spurenelemente wie Eisen, Kupfer und Zink. Gemeinsam mit Lunge sind dies die gängigsten Innereien bei der BARF-Fütterung.

Rohe Hühnerhälse

Rohe fleischige Knochen (RFK)

Rohe fleischige Knochen liefern Calcium, Phosphor und weitere Mineralstoffe. Diese sind essentiell für den Knochenstoffwechsel sowie die Zahngesundheit. Geeignet sind z. B. Geflügelhälse und -karkassen aber auch Kalbs- oder Rinderbrustbein. Knochen sollten immer roh und umhüllt von etwas Fleisch verfüttert werden – Achtung: niemals gegart, Verletzungsgefahr!

Pansen

Pansen und Blättermagen

Pansen und Blättermagen sind Vormägen von Wiederkäuern wie Kühen und gelten als wertvoller Bestandteil in der BARF-Ernährung, auch wenn sie nur optional sind. Die Mägen enthalten vor allem verdauungsfördernde Enzyme, Milchsäurebakterien sowie pflanzliche Futterreste und tragen zur gesunden Darmflora des Hundes bei.

Karotte

Gemüse

Gegartes oder fein püriertes Gemüse dient als Ballaststoffquelle und liefert vor allem sekundäre Pflanzenstoffe. Geeignet sind unter anderem Karotten, Zucchini, Kürbis und verschiedene Salate. Stärkehaltige Sorten wie Kartoffeln sollten nur gegart und in Maßen gefüttert werden. Das Gemüse am besten nach regionaler und saisonaler Verfügbarkeit auswählen.

Roter Apfel

Obst

Obst fungiert ebenfalls als Ballaststofflieferant und enthält zusätzlich wichtige Vitamine und Antioxidantien. Beliebte Sorten sind Äpfel, Beeren, Bananen und Birnen. Auch hier gilt: pürieren oder fein raspeln – so kann der Hund die pflanzlichen Nährstoffe besser verwerten.

Hagebutten

Nahrungsergänzungsmittel

Zusätze können je nach Lebensphase, Gesundheitszustand und Zusammensetzung der BARF-Mahlzeiten in unterschiedlicher Form notwendig sein. Einige Zusätze wie Seealgenmehl und ein Omega-3-haltiges Öl sind essentiell. Mehr dazu erfährst du auf der Seite "Nahrungsergänzung beim Barfen".

Exkurs: Weitere Arten der Rohfütterung

Bei der Rohfütterung von Hunden gibt es verschiedene Ansätze, die sich in ihrer Art und Umsetzung unterscheiden. Der bekannteste und am weitesten verbreitete Ansatz ist BARF. Weitere bekannte Modelle sind Whole Prey und Franken Prey.

Whole Prey – das ganze Beutetier verfüttern

Die Whole-Prey-Methode orientiert sich am engsten an der natürlichen Ernährung von wildlebenden Karnivoren. Dabei werden ganze Tiere wie Mäuse, Wachteln, Küken oder Kaninchen verfüttert – inklusive Fell oder Federn, Knochen, Organen und Mageninhalt. Das Ziel ist es, dem Hund damit genau das zu bieten, was er auch in freier Wildbahn fressen würde. Da die Beutetiere vollständig sind, muss in der Regel nichts ergänzt werden. Diese Form der Fütterung gilt zwar als besonders naturnah, ist aber für die meisten Tierhalter:innen im Alltag nur schwer bis gar nicht umsetzbar.

Franken Prey – das nachgebaute Beutetier

Eine Alternative zum Whole Prey ist das sogenannte Franken-Prey-Modell, bei dem das Beutetier aus verschiedenen tierischen Einzelteilen nachgebaut wird. Im Gegensatz zu BARF basiert diese Form der Rohfütterung auf rein tierischen Komponenten: Muskelfleisch, Knochen und Innereien werden so kombiniert, dass sie im Verhältnis ein echtes Beutetier ergeben. Die gängige Verteilung liegt hier meist bei etwa 80 % Muskelfleisch, 10 % Knochen und 10 % Organen. Zusätze werden nicht eingesetzt. Diese Methode ist zwar flexibler und wird von vielen Tierhaltern als praktikabler empfunden als die Fütterung ganzer Tiere. Allerdings erfordert sie ein gutes Wissen über Nährstoffverhältnisse, da hier nicht alle Beststandteile eines natürlichen Beutetieres verfüttert werden und dadurch die Gefahr einer Unterversorgung bestimmter Nährstoffe besteht.

Whole & Franken Prey im Vergleich zu BARF

Die vorgestellten Fütterungsmethoden unterscheiden sich vor allem in der Auswahl der verwendeten Komponenten, dem Grad der Natürlichkeit sowie dem Aufwand bei Planung und Zubereitung. Whole Prey ist die ursprünglichste Variante, bei der das gesamte Beutetier verfüttert wird. Franken Prey stellt eine praxisnahe Alternative dar, bei der das Beutetier aus verschiedenen tierischen Einzelteilen nachgebaut wird. BARF bietet die größte Flexibilität, da durch die Kombination von tierischen und pflanzlichen Bestandteilen sowie den gezielten Einsatz von Nahrungsergänzungen die Ernährung individuell an die Bedürfnisse des Hundes angepasst werden kann. Gleichzeitig bedeutet das aber auch mehr Aufwand als bei den beiden anderen Methoden.

Welche Fütterungsform am besten geeignet ist, hängt nicht nur vom Gesundheitszustand und den Vorlieben des Hundes ab, sondern auch von den eigenen Lebensumständen und der Bereitschaft, sich intensiv mit der Ernährung auseinanderzusetzen. Letztlich fordern alle drei Varianten ein gewisses Maß an Wissen, Zeit und Verantwortungsbewusstsein.

BARF-Mahlzeiten richtig zusammenstellen

Beim Barfen gibt es zwei gängige Methoden der Fütterung: Entweder werden die Mahlzeiten täglich frisch nach einem festen Wochenplan gefüttert oder zuvor als Komplettfutter auf Vorrat hergestellt und portionsweise eingefroren. Welche Variante besser geeignet ist, hängt vom eigenen Alltag, der verfügbaren Zeit und der Anzahl der Hunde ab. Unabhängig von der Methode bildet ein individueller Futterplan, der sich am Beutetierprinzip orientiert, die Grundlage für eine ausgewogene BARF-Fütterung. Die tägliche Futtermenge sollte am besten auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Dabei ist es nicht notwendig, jeden Tag alle essentiellen Komponenten im richtigen Verhältnis zu füttern. Entscheidend ist eine ausgewogene Zusammensetzung der Mahlzeiten über einen Zeitraum von etwa vier Wochen. Das macht die BARF-Fütterung weit weniger kompliziert, als man zunächst denken mag.

Weiterführende Tipps zu BARF-Plänen

Rhodesian Ridgeback mit BARF-Napf
BARF-Mahlzeit in Gefrierdosen

Welche Utensilien brauche ich zum Barfen?

Wer seinen Hund barfen möchte, braucht keine Spezialküche. Einige praktische Utensilien erleichtern die Zubereitung jedoch deutlich. Besonders wichtig ist eine geräumige Tiefkühltruhe zur Lagerung des Frostfutters. Eine Küchenmaschine oder ein starker Mixer hilft beim Zerkleinern von Obst und Gemüse. Für die Portionierung und Lagerung eignen sich Tiefkühldosen oder wiederverwendbare Gefrierbeutel aus Silikon.

Außerdem gehören ein scharfes Messer, Schneidebrett, Löffel, Einmal-Handschuhe sowie ggf. ein Hackebeil zur Grundausstattung. Eine digitale Küchenwaage ist essentiell, um die Futtermenge exakt zu bestimmen. Für Kleinstmengen empfiehlt sich zusätzlich eine Fein- oder Löffelwaage. Schließlich sollte auch ein ausreichend großer, rutschfester Futternapf vorhanden sein, der dem Volumen frischer BARF-Mahlzeiten gerecht wird und sich leicht reinigen lässt. Mit dieser Ausstattung lässt sich das Barfen ganz einfach effizient und hygienisch in den Alltag integrieren.

Mehr zu wichtigen Utensilien

BARF-Ernährung für Hunde: Vorteile und praktische Tipps zur Umsetzung

BARF bietet Hundebesitzer:innen die Möglichkeit, die Ernährung ihres Vierbeiners bewusst und individuell zu gestalten. Viele berichten nach der Umstellung von positiven Veränderungen wie glänzendem Fell, besserer Verdauung oder mehr Vitalität. Die frischen, unverarbeiteten Zutaten liefern wichtige Nährstoffe, die die Gesundheit ganzheitlich unterstützen und zu mehr Wohlbefinden beitragen können.

Ein großer Vorteil von BARF ist die Kontrolle über die Zusammensetzung des Futters. Man weiß jederzeit genau, was im Napf landet und füttert so keine künstlichen Zusätze oder minderwertigen Nebenprodukte. Dabei lässt sich die Fütterung flexibel an Faktoren wie Alter, Aktivitätslevel oder Unverträglichkeiten des Hundes anpassen.

Gleichzeitig braucht BARF etwas Einarbeitung: Zu Beginn kann die Vielzahl an Informationen oder die Umstellung im Alltag herausfordernd wirken. Mit der Zeit entwickelt sich jedoch eine Routine und es geht alles viel schneller von der Hand als noch am Anfang.

Wie bei jeder Fütterungsform gibt es auch beim Barfen Aspekte, auf die man achten sollte. Dazu zählen etwa eine ausgewogene Zusammensetzung oder hygienische Verarbeitung der einzelnen Komponenten. Wer sich informiert, einen Futterplan nutzt und sich gegebenenfalls Unterstützung holt, kann diese Herausforderungen aber in aller Regel gut meistern.

Letztlich ist BARF eine von mehreren Möglichkeiten, den Hund gesund und ausgewogen zu ernähren. Wichtig ist vor allem, dass die gewählte Fütterung zum Hund und zum eigenen Alltag passt und gut realisierbar ist. Es ist unter bestimmten Umständen auch möglich, Fütterungsformen zu kombinieren und so z. B. auf Reisen auf Nassfutter zurückzugreifen und zu Hause zu barfen.

BARF-Fütterungsempfehlung für Hunde

Die hier genannten Fütterungsempfehlungen dienen lediglich als grober Anhaltspunkt. Denn wie viel Futter ein Hund täglich braucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa von Alter, Größe, Aktivitätslevel, Gesundheitszustand, Temperament sowie der jeweiligen Lebensphase. Auch äußere Einflüsse wie die Jahreszeit und Temperatur können eine Rolle spielen.

Als grobe Faustregel gilt: Ein ausgewachsener, gesunder Hund bekommt täglich etwa 2–4 % seines Körpergewichts als Futterration:

Kleine Hunde (bis ca. 10 kg): ca. 3-4 % des Körpergewichts

Mittelgroße Hunde (10–25 kg): ca. 2-3 %

Große Hunde (ab 25 kg): ca. 2 %


Da kleinere Hunde einen höheren Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht haben, liegt ihr prozentualer Futteranteil in Bezug auf das Körpergewicht in der Regel etwas höher.

Verschiedene Hunde in aufsteigender Größe


Welpen und Junghunde im Wachstum benötigen deutlich mehr BARF pro Tag. Hier liegt die tägliche Futtermenge meist zwischen 4–6 % des aktuellen Körpergewichts, je nach Alter und Entwicklungsstand. Bei sehr aktiven Welpen können aber sogar bis zu 10 % nötig sein. Zur Berechnung der richtigen Futtermenge können kostenlose BARF-Rechner hilfreich sein. Solltest du mehr Hilfe benötigen oder einen individuellen BARF-Plan für deinen Vierbeiner anfertigen lassen wollen, so macht es Sinn, die Hilfe einer fachlich qualifizierten Person im Bereich Hundeernährung in Anspruch zu nehmen.

Einfluss von Faktoren wie Alter, Aktivität und Gesundheitszustand auf die Futtermenge beim Barfen

Die benötigte BARF-Menge pro Tag richtet sich nicht allein nach dem Körpergewicht des Hundes. Auch Alter, Aktivitätslevel und Gesundheitszustand spielen eine entscheidende Rolle. Welpen und junge Hunde haben aufgrund ihres Wachstums und schnellen Stoffwechsels einen deutlich höheren Energie- und Nährstoffbedarf als erwachsene Tiere. Sie benötigen nicht nur mehr Futter pro Kilogramm Körpergewicht, sondern auch eine angepasste Verteilung der Nährstoffe. Senioren hingegen sind oft nicht nur körperlich, sondern auch in ihrem Stoffwechsel träger und brauchen daher in aller Regel weniger Futter und leicht verdauliche Komponenten.

Auch das Bewegungslevel des Hundes beeinflusst seine Futtermenge erheblich: Ein sportlich aktiver Hund, der täglich lange Spaziergänge, Trainings oder Hundesport absolviert, braucht natürlich mehr Energie als ein eher ruhiger Hund, der sich den größten Teil des Tages in der Wohnung aufhält. Umgekehrt kann bei sehr ruhigen oder kastrierten Hunden eine zu hohe Futtermenge schnell zu Übergewicht führen.

Gesundheitliche Faktoren wie Allergien, Stoffwechselerkrankungen, Gelenkprobleme oder Verdauungsstörungen sollten ebenfalls bei der Menge und Zusammensetzung der BARF-Mahlzeiten berücksichtigt werden. In solchen Fällen ist eine individuell angepasste Rationsplanung wichtig. Hier empfiehlt sich eine Rücksprache mit erfahrenen BARF-Berater:innen, um Unter- oder Überversorgungen zu vermeiden.

Alter Golden Retriever

Wie viele BARF-Mahlzeiten benötigt ein Hund am Tag?

Die optimale Anzahl der Mahlzeiten hängt vor allem vom Alter und der individuellen Verträglichkeit des Hundes ab. Erwachsene, gesunde Hunde kommen in der Regel mit ein bis zwei Mahlzeiten pro Tag sehr gut zurecht. Viele Halter:innen bevorzugen zwei Fütterungen (morgens und abends), um die Verdauung gleichmäßiger zu belasten und den Magen nicht zu lange leer zu lassen.

Welpen und Junghunde benötigen hingegen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt – je nach Alter anfangs bis zu viermal am Tag, später zwei- bis dreimal. Auch bei älteren oder empfindlichen Hunden, etwa mit Magenproblemen, kann eine Aufteilung in kleinere Portionen sehr hilfreich und sinnvoll sein. Feste Fütterungszeiten können zudem helfen, den Verdauungsrhythmus zu stabilisieren und das allgemeine Wohlbefinden des Hundes zu fördern.

Lebensphase

Fütterungshäufigkeit pro Tag

Hinweise

Welpen (bis ca. 6 Monate)

3–4 Mahlzeiten

kleine Portionen, regelmäßig verteilt

Junghunde (6–12 Monate)

2–3 Mahlzeiten

je nach Größe und Aktivität

Erwachsene Hunde

1–2 Mahlzeiten

2 Mahlzeiten oft besser verträglich

Senioren

2 Mahlzeiten

gleichmäßige Verteilung entlastet den Stoffwechsel

Sensible Hunde ggf. mit Erkrankungen

2–4 Mahlzeiten (individuell)

in Absprache mit Tierärzt:in oder Ernährungsberater:in

Gesunde Snacks beim Barfen

Snacks und Kauartikel können eine sinnvolle Ergänzung zur BARF-Ernährung darstellen, vorausgesetzt, sie sind hochwertig und naturbelassen. Besonders geeignet sind sogenannte Natursnacks, die ausschließlich aus getrocknetem Fleisch, Innereien, Knochen oder Fisch bestehen und frei von künstlichen Zusätzen wie Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffen sind. Je nach Form und Konsistenz unterscheidet man zwischen härteren Kauartikeln, die vor allem der Zahnpflege dienen, und kleineren Leckerli, die sich gut als Belohnung im Alltag oder Training eignen. Für besonders empfindliche oder allergische Hunde sollten Snacks am besten monoprotein und getreidefrei sein, damit diese gut verträglich sind. Beim Füttern von Snacks ist grundsätzlich zu beachten, dass sie eine Ergänzung und kein Ersatz für das Hauptfutter sind.

Terrier mit Kauartikel

Wer regelmäßig Leckerli oder Kauartikel gibt, sollte die Gesamtfuttermenge entsprechend anpassen. Dies ist besonders bei Hunden, die zu Übergewicht neigen, wichtig. Fettarme Snacks wie Rinderlunge oder Pferdelunge sind eine gute Wahl für alle Vierbeiner, die auf ihre Linie achten müssen. Größere, härtere Kauartikel sollten immer unter Aufsicht gegeben werden, da es bei hastigem Fressen zu Verletzungs- oder Verschluckungsgefahr kommen kann. Wichtig ist zudem, dem Hund stets ausreichend frisches Wasser bereitzustellen.

Auch Welpen und Senioren dürfen gerne natürliche Snacks bekommen. Diese sollten allerdings altersgerecht ausgewählt sein: Weichere, gut verdauliche Snacks wie Fleischstreifen, Hühnerhälse oder getrocknete Herzen eignen sich besser als sehr harte oder fettreiche Produkte. Grundsätzlich gilt: Wer auf Qualität und natürliche Zutaten achtet, kann Snacks bedenkenlos in die BARF-Ernährung integrieren – als Belohnung, Beschäftigung oder kleine Freude zwischendurch.

Hund mit rohem Putenhals

Häufige Fragen rund um BARF für Hunde (FAQ)

Was ist BARF für Hunde?

Was genau BARF für Hunde ist, erklären wir dir im Abschnitt "Das Beutetierprinzip – Grundlage für das Barfen".

Was heißt BARF auf deutsch?

Die Bedeutung des Wortes "BARF" im Deutschen erfährst du im Abschnitt "Woher stammt der Begriff „BARF“?".

Wie berechne ich die BARF-Menge?

Eine genaue Anleitung zur Ermittlung der richtigen Futtermenge für BARF-Mahlzeiten für Hunde findest du in dem Abschnitt "BARF-Fütterungsempfehlung für Hunde".

Wie sollte BARF zusammengesetzt sein?

Die ideale Aufteilung einer ausgewogenen BARF-Mahlzeit für Hunde kann in dem Abschnitt "Zentrale Zutaten einer BARF-Mahlzeit" nachgelesen werden.

Wie portioniere ich BARF?

Hilfreiche Tipps zum Portionieren von BARF-Mahlzeiten für Hunde findest du in dem Abschnitt "BARF-Mahlzeiten richtig zusammenstellen".

Was heißt BARF auf englisch?

Die Bedeutung des Wortes "BARF" im Englischen erfährst du im Abschnitt "Woher stammt der Begriff „BARF“?".

Wie oft am Tag sollte man seinen Hund barfen?

Die richtige Anzahl der BARF-Mahlzeiten pro Tag für deinen Hund kannst du in dem Abschnitt"Wie viele BARF-Mahlzeiten benötigt ein Hund am Tag?" nachlesen.

Wieviel BARF pro Kilogramm Körpergewicht sollte ich füttern?

Wie man die richtige Futtermenge bezogen auf das Körpergewicht des Hundes ermitteln kann, kannst du in dem Abschnitt "BARF-Fütterungsempfehlung für Hunde" nachlesen.

Ist Barfen wirklich so gesund für Hunde?

Die Antwort darauf findest du in dem Abschnitt "Das Beutetierprinzip – Grundlage für das Barfen".

Literaturtipps

Rohfütterung für Hunde: Frisch füttern leicht gemacht

Silke Böhm, Cadmos Verlag,
Ausgabe 2016, 112 Seiten
Hier geht’s zum Buch

BARF: Biologisch Artgerechtes Rohes Futter

Swanie Simon, Verlag Drei Hunde Nacht,
6. Auflage 2014, 78 Seiten
Hier geht’s zum Buch

BARF: Die natürliche Aufzucht von Welpen mit BARF, BARF für Züchter

Swanie Simon, Verlag Drei Hunde Nacht,
7. Auflage 2012, 79 Seiten
Hier geht’s zum Buch

BARF: Biologisch Artgerechtes Rohes Futter im Alter und bei Erkrankungen

Swanie Simon, Verlag Drei Hunde Nacht,
3. Auflage 2012, 79 Seiten
Hier geht’s zum Buch

Das Barf-Buch: inklusive 14 Rezepten

Nadine Wolf
1. überarbeitete Auflage 2018, 163 Seiten
Hier geht’s zum Buch

Hunde barfen - Alles über Rohfütterung

Dr. med. vet. Julia Fritz, Verlag Eugen Ulmer
2., erweiterte Auflage, 231 Seiten
Hier geht’s zum Buch

Letzter Blogbeitrag
Zahn- und Maulhygiene bei Hunden und Katzen

Das Gebiss von Hund und Katze ist perfekt an ihre Ernährung als Fleischfresser angepasst – doch Zahnprobleme sind bei vielen Haustieren trotzdem weit verbreitet. Erfahre hier, wie du Plaque, Zahnstein und anderen Zahnkrankheiten vorbeugen kannst. Mit der richtigen Pflege und natürlichen Kauartikeln wie ...

+ mehr erfahren
E-Mail Newsletter
  • 5 € Gutschein bei Anmeldung
  • Exklusive Angebote & Produktneuheiten
  • Ausführliche Informationen rund um BARF
Bitte teile uns mit, wohin wir deine Bestellungen künftig liefern sollen. So erhältst du die passenden Informationen und Angebote.
*Pflichtfelder, Mit der Anmeldung zum Newsletter akzeptierst Du unsere Datenschutzerklärung.
WhatsApp Newsletter

Melde dich jetzt kostenlos an und verpasse keine Angebote mehr!

  • 5 % Rabatt auf deine nächste Bestellung
  • Zugang exklusive Aktionen
  • alles Wichtige mit einem Klick
  • nie wieder ein Angebot verpassen

 

Jetzt anmelden

Warenkorb 0